Dienstag, 05. Februar 2008

Das Glück kennt keinen Kontostand

Auch Millionär-Sein will gelernt sein


Bärbel Mohr

Wer kennt sie nicht, die Autorin von „Bestellungen beim Universum“, Bärbel Mohr? Die einstige Grafkerin und Fotografin hat mit ihrem erfrischend spritzigem Schreibstil ein Buch für Jedermann und zum Sofort-Ausprobieren geschrieben, das auf Anhieb ein Bestseller wurde. Wahrscheinlich selbst bereits Millionärin, hat sie ihr neuestes Werk „Wie man durch inneren Reichtum mit äußerem Reichtum sinnvoll umgeht“ herausgegeben und beleuchtet das Thema einmal von einer ganz anderen Seite, nämlich aus Millionärssicht.

Dass das Buch sich an diese ganz bestimmte Leserschaft wendet, ist  tatsächlich Absicht. Nach einem Gespräch mit Freunden über Millionäre und ihre verrückten Kauflaunen, erhielt Bärbel Mohr den Ratschlag, doch einen Ratgeber für Millionäre zu schreiben. Da ihr im Anschluss daran ständig das Thema über den Weg lief und die Ideen nur so strömten, hat sie dann innerhalb von zwei  Monaten ein Buch geschrieben, worin auch die Zielgruppe selbst zu Wort kommen durfte.

Trotzdem ist der Ratgeber lesenswert für alle, die Ideen und Tipps zum sinnvollen Umgang mit Geld gebrauchen können und diese wollen wir Ihnen hier vorstellen. Wie immer bei Bärbel Mohr gibt es natürlich auch noch eine Fülle an Ratschlägen für mehr Lebensfreude sowie neue Geschichten über Dinge, die dem Verstand trotzen.

Allein in Deutschland gibt es laut Financial Times 800.000 Millionäre (Stand  2006). Die meisten „plötzlichen“ Millionäre allerdings, also zum Beispiel Gewinner von TV-Spieleshows und LottoGlückspilze, bleiben nicht lange reich. Innerhalb von ein bis zwei Jahren sind sie so pleite wie vorher oder sogar verschuldet. Das liegt daran, dass sie der neuen Lebenssituation völlig unvorbereitet gegenüber stehen. In einem ersten Glücksrausch werden kaum Weichen in die Zukunft gestellt, so dass das Geld in Kanäle fließt, die wenig förderlich für die Erhaltung des Guthabens sind. Ob Sie es glauben oder nicht, eine solch große Summe Geld zu handhaben, ist gar nicht so leicht!

Verschwendung und nicht erprobte Anlageberater oder andere Leute, die ein Stück vom Kuchen abhaben wollen, sind die häufigsten Gründe für den persönlichen Crash. Hinzu kommt, dass das Hochgefühl nicht lange andauert. Es kann höchstens eine Weile überschatten, was sowieso an Unzufriedenheit da war; aber auf Dauer treten die alten Sorgen und Ängste wieder ans Licht, sobald sich erste Schwierigkeiten einstellen.

So merkt man etwa, dass das Interesse von Außenstehenden berechnend geworden ist oder man hat einiges verliehen und verschenkt, sich damit aber keineswegs Freunde gemacht, sondern eher Neidgefühle und Mangelgedanken im anderen geweckt. Dies trägt zur Verunsicherung bei und Personen mit  labilem Selbstwert können da schnell in eine Krise geraten. Wenn das Geld dann die innere Unsicherheit kompensieren soll, kann das nicht lange gut gehen - ein Fass ohne Boden...

Aber auch unter gestandenen Millionären herrscht nicht nur das lustige Leben. Zwar ist meist einiges an Erfahrung und Tradition im Umgang mit Geld vorhanden, aber das Glück lässt auch hier oft zu Wünschen übrig. Verschwendung und Maßlosigkeit sind dann nur Zeichen einer inneren Leere und Unzufriedenheit, die nicht erkannt werden. So verliert der Käufer des „zwanzigsten“ Vorzeigewagens die Lust an seiner neuen Errungenschaft, wenn sie ein paar Wochen alt ist. Oder das Luxusleben, wo Hausmädchen und Lieferservice einem das Leben erleichtern sollen, verursachen ein  schleichendes Gefühl des Verlusts von Lebenssinn und eine gelangweilte  Trägheit den kleinen Dingen des Alltags gegenüber.

Es ist also immer das gleiche: Unzufriedenheit kennt keinen Kontostand! Bärbel Mohr plädiert daher dafür, dass Sicherheit und Glück in Innern gefunden werden, damit das, was das Außen uns zur Verfügung stellt, geschätzt werden kann. Und umso reicher man sich fühlt, umso reicher wird man. Das gute alte Gesetz der Anziehung greift hier wieder bestens.

In diesem Sinn soll man einmal schauen, was für Gefühle man bezüglich des Geldes hat. Bärbel fragt: „Was fühlst du, wenn du Geld ausgibst? Geht es dir dabei gut? Denkst du: Liebes Geld, egal ob viel, ob wenig, ich heiße dich herzlich willkommen bei mir und schenke dir hiermit all meine Liebe und gute Energie, um meinen Teil zur Heilung des Geldbewusstseins auf dem Planeten beizutragen?“

Es dürften die wenigsten sein, die so denken. Meist sind Mangelgedanken vorherrschend. Und wenn wir mit Geld schlechte Gefühle verbinden, wird unser Innerstes dafür sorgen, dass wir die „schmutzigen Moneten“ bald wieder loswerden. Wer sich beim Geldausgeben oder -einnehmen nicht wohl fühlt, schickt außerdem diese Gefühle mit in den Kreislauf von Geben und Nehmen. Es lohnt sich daher, auf seine inneren Einstellungen ein wachsames Auge zu haben.

Ein weiterer guter Tipp von Bärbel Mohr ist, zu beachten, was und wie man einkauft. „Wenn du etwas einkaufst oder insbesondere Geld spendest, spende wo immer möglich FÜR etwas und nicht GEGEN etwas“, schreibt sie. Denn sobald man sich für etwas einsetzt, entsteht eine Energie, die kreative neue Ideen in eine Angelegenheit bringt. Die Energie – denn nichts anderes ist Geld – fließt der Seite zu, die Wohlwollen und Verzeihung in den Vordergrund stellt. Wogegen Widerstand nur eine Konzentration auf die Probleme lenkt und weiteren Widerstand von der anderen Seite hervorruft, weil es ja bekanntlich aus dem Wald herausschallt, wie man hinein ruft. Die Autorin geht noch weiter und sagt: „Wann immer DU gegen etwas bist, erlangst du nie das Bewusstsein, unabhängig davon zu werden und damit so zu leben, wie es dir gefällt.“ Dies kann man sehr gut nachvollziehen, wenn man sich einmal ins Gedächtnis ruft, wie verbissen man werden kann, wenn man gegen etwas ist. Die Sache geht einem nicht mehr aus dem Kopf und raubt einem womöglich noch den Schlaf.

Ähnlich verhält es sich mit Spenden. Laut Mohr sollten diese am besten eine Hilfe zur Selbsthilfe sein. Das fördere den Selbstrespekt und das Vertrauen in die eigenen Fähigkeiten der Betroffenen viel mehr als Geld, das anonym überwiesen wird und womöglich der Korruption Vorschub leistet. Wenn man das nötige Geld und Know-how hat, kann man auch selbst ein Projekt starten, welches Menschen die Möglichkeit gibt, mit erweiterten Kenntnissen eine Situation zu meistern.

Ein weiteres Thema, das sicherlich auch die meisten von uns schon von beiden Seiten – der aktiven als auch der passiven – kennen, ist der Umgang mit Neid. Die Autorin schlägt vor, sich von Neidern nicht das Leben schwer machen zu lassen, sondern ihnen bewusst zu wünschen, dass sie bekommen, was sie wollen. Auch wenn man Neidgefühle in sich selbst aufkommen spürt, könne man den Beneideten ebenfalls bewusst gönnen, was sie haben. Denn hinter dem Neid versteckt sich auch nur ein  Mangelgedanke, der nach außen gesendet wird und sich früher oder später manifestieren wird.

Im Prinzip geht es also um unsere erlernten und gewohnten Einstellungen und Gefühle in Bezug auf Reichtum, auf Wert ganz allgemein und darum, dass wir uns dieser Mechanismen bewusst werden. Dazu findet man in Bärbel Mohrs Buch auch einige Übungen, wie etwa einmal aufzulisten, welche Gefühle man sich mittels bestimmter Käufe „verschaffen“ will. So kann der übermäßige Kauf von Kuscheltieren ein Bedürfnis nach Nähe und Geborgenheit signalisieren. Eine Vielfalt von neuen Einsichten kann bei dieser Übung entstehen. Ein weiterer Tipp ist, vor einem Kauf noch einmal inne zu halten und ganz still zu werden, damit man sich genau im Klaren darüber wird, ob man das Objekt der Begierde wirklich braucht oder will.

Eine Übung, die sich über die Motive von Kauflust und -frust hinaus bewegt, ist, wie Bärbel es nennt, „rote Linien zu überqueren“. Damit meint sie, einmal vollkommen aus seiner gewohnten Umgebung und Situation heraus zu treten und etwas anderes zu machen. Für Millionäre wäre hier die Übung, eine Zeit lang eine ehrenamtliche Tätigkeit in einer sozialen Einrichtung aufzunehmen oder einen niedrig bezahlten Aushilfsjob anzunehmen. Für weniger Betuchte wäre es vielleicht, sich einen Tag lang in einem High-Society-Milieu aufzuhalten und alles zu tun, was Reiche tun und dabei so unauffällig wie möglich zu sein. Der Zweck dieser Praxis ist, Grenzen, die man sich selbst setzt, zu durchbrechen und damit Raum für neue Möglichkeiten zu schaffen. Außerdem stärkt es das Selbstbewusstsein ungemein. Die Übung mag einfach erscheinen, aber es gehört doch eine große Portion Mut dazu, aus seiner gewohnten Rolle heraus zu treten. Wer sich nicht alleine traut, kann auch in der Gruppe ein Experiment starten und sich im Schutz der anderen an die Sache herantasten.

Auch sonst hat Bärbel Mohr einen großen Teil ihres Buches dem Heilwerden von negativen Gefühlen und Einstellungen gewidmet. Eine besonders schöne Praxis, die sie bei einem hawaiianischen Heiler der Ho‘oponopono-Technik entdeckt hat, ist das „Außen im Innern transformieren“. Dabei wird davon ausgegangen, dass alles, was wir wahrnehmen und ablehnen, von uns selbst geheilt werden will. „Je mehr auf der Welt du ablehnst, desto mehr Teile der Schöpfung und damit letztendlich von dir selbst lehnst du ab“, schreibt die Autorin. Denn all die Dinge, die passieren, seinen nicht wirklich, sondern Projektionen aus unserem Innern. Wir als Schöpfer der Realität können unsere ungeliebten Kreationen im Innern mit einem großen „Ja“ annehmen und sie sogar lieben lernen. Bärbel Mohr hat die Methode mit Freunden ausprobiert und berichtet: „Bei den allermeisten Themen fanden wir als Ursache in uns selbst das Gefühl von Getrenntheit und Angst vor“. Wenn diesen Gefühlen nun konzentriert im eignen Innern ein Gefühl der Liebe und des Vergebens entgegen gesetzt wird, wie der hawaiianische Heiler es getan hat, dann setzt ein Heilungsprozess ein. So soll er mit seiner Methode schwer Geisteskranke geheilt haben.

Auch in anderem Zusammenhang erzählt Mohr von einem Heiler. Ihre Erlebnisse mit dem brasilianischen Heiler und Medium Thomaz sind dabei so  außergewöhnlich, dass der Leser hier ganz anderes Territorium betritt. Der Glaube des einen oder anderen wird vielleicht sogar ins Wanken geraten. Die Autorin möchte damit in erster Linie die Macht der Materie relativieren. Es geht ihr darum, zu akzeptieren, dass feste Materie eine Illusion ist. Alles ist Energie, auch Geld. Und mit unseren Gedanken und unseren Überzeugungen ziehen wir die Energie an, die unserer am ähnlichsten ist.

Einige glückliche Millionäre, die in dem Ratgeber zu Worte kommen, bestätigen genau dies. Benno Scheyer, der es vom Polizisten zum mehrfachen Firmenbetreiber und -inhaber gebracht hat, rät für Erfolg: „Schaffe kreativ neuen Reichtum für alle, gib mehr als du nimmst und du wirst automatisch immer reich sein.“ Ebenso meint er: „Wirklich ? nanziell unabhängig ist man nur, wenn man geistig unabhängig vom Geld ist“ und fragt als Letztes: „Lachst und strahlst du noch, wenn all dein Geld weg ist?“

Giovanni, erfolgreicher Unternehmer, hat ebenfalls weise Worte zum Thema Geld parat: „Viel Geld ist nur ideal, wenn ich gesund bin, eine starke Persönlichkeit habe und ganzheitlichen Erfolg anstrebe.“ Seinen Kindern hat er stets geraten, sich nie um Geld Sorgen zu machen. Vielmehr sollten sie machen, was ihnen Energie brächte und sie selbst zu Selbstausdruck und Kreativität animiere, dann käme das Geld von ganz allein.

Lediglich um des Geldes Willen Unternehmungen zu starten, ist somit  anscheinend weder glücklich machend noch dauerhaft ertragreich. Die Freude an der Sache ist ein viel größerer Glücksfaktor als man denkt. Am besten hat manso viel Spaß, dass der Gedanke an Reichtum letztendlich nicht mehr wichtig ist. Und auch seine eigenen ganz speziellen Fähigkeiten zu ergründen und einzusetzen ist Teil des Erfolges. Dabei gibt es niemanden, der nicht mindestens eine persönliche Fähigkeit hat, die an irgendeiner Stelle ganz besonders gut zum Einsatz kommen kann. Die persönliche Note ist dabei oftmals genau das, was den Rest der Welt so begeistert und dazu bringt, zu „investieren“. Und indem wir aus diesem inneren Reichtum schöpfen,  inspirieren wir andere dazu dasselbe zu tun.


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